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People like you & me

“Darf ich euch mal ganz kurz stören? Ich würd’ gern mein Handy laden und unter eurer Bank ist die einzige Steckdose in diesem Laden. Das wär’ echt voll super von euch und ich pass’ natürlich auch selber drauf auf!“
Die Frau mit den kurzgeschorenen Haaren stimmt amüsiert und etwas überrascht zu und dann stehe ich etwas entfernt von den beiden in dem dunklen Gang, ungeduldig zur Musik wippend und schimpfe mich innerlich dafür, dass ich mir immer noch keinen mobilen Akku gekauft habe.
Mist, jetzt fühlen sich die beiden bestimmt beobachtet. Ich drehe mich halb weg von ihnen.
„Aber nicht, dass dein Handy dann weg ist!“, schimpft eine paranoide Stimme in meinem Kopf. Also wenn du so denkst, dann muss es ja auch passieren, würde G. jetzt sagen. Das Mädchen winkt mich zu sich und drückt mir etwas in die Hand.
Ich sehe verdutzt auf einen Personalausweis herab.
“Ich bin zu müde und mir tun die Beine zu sehr weh, um jetzt noch zu tanzen, aber dir zuzusehen wie du rumzappelst und nicht vor kannst, das ist genauso schlimm. Also gebe ich dir jetzt das hier als Pfand und du kommst einfach in ner halben Stunde wieder.”
Ich weiss gar nicht so recht, was ich sagen soll. Am liebsten würde ich diese Fremde gerade einfach umarmen, aber andererseits kann ich soviel Selbstlosigkeit auch kaum glauben.
Vor fünf Minuten hatte ich noch gedacht, dass sie mir mein vollkommen kaputtes iPhone 5 klauen könnte und jetzt tut sie etwas für mich wovon sie nichts hat. Also einfach gar nichts.
Faith in humanity restored, und das in dem bösesten Laden der Stadt. In diesen Hallen passieren einfach jedes Mal wieder Dinge, mit denen ich nie gerechnet hätte.
Ich stehe zwischen den Laserstrahlen und lese ihren Namen, und ein wenig hoffe ich, dass ich sie tatsächlich noch einmal wieder treffen werde. Und mich revanchieren kann.
Eine halbe Stunde später tauschen wir Perso und Handy und sie erzählt noch schmunzelnd, dass ihr Freund tatsächlich dachte, ich komme nicht wieder. (Was auch immer ich mit dem Ausweis hätte anstellen sollen :D) Ich will sie noch auf einen Drink einladen, aber sie lehnt ab, also rauche ich noch eine Zigarette mit den beiden und umarme sie dann kurz.
Ich nehme mir vor, in Zukunft Fremden genauso viel Vertrauen entgegen zu bringen, wie sie es getan hat.

Denn was du ausstrahlst, bekommst du auch immer zurück & nichts macht dich schöner als ein guter Charakter.

party personal thoughts

Limitless

Pic via iheartberlin

Pic via iheartberlin

 

(Scroll down for english version!)

Es hat ungefähr 35° Grad hier drinnen und ich bin umgeben von Dunkelheit. Alle Leute, die mich noch gerade begleitet haben sind wie immer plötzlich weg, ein einziges Meer aus blitzartig erscheinenden Bildern in surrealen Farben umfließt mich. Ich schreibe schon wieder über’s Feiern und das tut mir Leid, aber daran sieht man eben, dass ich es nicht nur des Zeitvertreibs oder Gruppenzwangs wegen tue, sondern weil ich wirklich etwas darin finde. Dieser Ort hier überflutet mich jedesmal wieder so sehr, dass ich sofort vergessen habe, wie ich mich eben noch über die lange Wartezeit und die dreiste Behandlung der Mitarbeiter aufgeregt habe, kaum bin ich drei Schritte hinein gegangen.

Es ist Magie und Fluch zugleich fürchte ich, aber es ist auf jeden Fall bemerkenswert und einzigartig, was hier erschaffen wurde. Es ist eine eigene Welt, eine Welt aus dunklen Bildern und Tönen, Dinge, denen einfach nur wenige Leute auch gewachsen sind und genau deshalb ist das hier die bestbewachteste Festung der Stadt. Der Bass drückt so sehr auf meine Lungen, dass ich immer wieder gegen die ansteigende Panik, nicht genug Luft zu bekommen ankämpfen muss und dann löst sich sowieso alles um mich herum auf.

 

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Party: Isle of Summer – the beach of happiness

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Unter diesem Motto fand letzten Sonntag das letzte Isle of Summer in diesem Jahr statt – diesmal in einer ganz neuen und extrem schicken Location, nämlich dem H’ugos Undosa Beach Club Starnberg!

Wer zuerst noch aufgrund der Entfernung gegrummelt hat, wurde schnell umgestimmt sobald die ersten Bilder vom Aufbau erschienen sind; denn das Undosa besticht mit wunderschöner Terrasse, einem kleinen Sandstrand und natürlich dem herrlichen Blick über den Starnberger See. Auch die Angst vor dem unbeständigen Wetter war diesmal zu unrecht, denn uns begleiteten sommerliche Temperaturen und strahlender Sonnenschein, sodass man dem Strandfeeling nur wirklich schwer entkommen konnte 🙂

Mit dem Zug braucht man zu der Traumlocation übrigens keine 20 Minuten vom Hauptbahnhof, weil dieser fast ohne Zwischenstopps komplett durchfährt und vom Bahnhof Starnberg konnte man bereits die auf dem Wasser tanzenden Lichter erspähen und die wummernden Bassboxen erahnen. Wer wie wir schon am frühen Nachmittag dort ankam hatte am Eingang sowie drinnen keinerlei unangenehme Wartezeiten oder großes Gedrängel; später dann wurde gerade für uns Frauen der Gang zum Klo etwas mühsam und zeitaufwendig, aber das ist natürlich bei einem Restaurant mit nur begrenzter Toilettenanzahl nahezu unumgänglich.

Kulinarisch war auch wieder einiges geboten, von Burgern über Hotdogs zu meinem persönlichen Favourit, der Trüffelpizza, die man bereits aus dem H’ugos in der Münchner Innenstadt kennt. Das Spektakel auf der eigens dafür gebauten Seebühne (die tatsächlich im Wasser stand, ziemlich cool!) konnte man von den vielen Terrassen, Stegen und sogar dem Balkon im oberen Teil des Gebäudes betrachten. Auch von der Gesamtstimmung her fand ich dieses Isle of Summer deutlich angenehmer und entspannter als sonst. Wem das Gedränge trotzdem zuviel wurde, der hatte wie jedes Jahr auch diesmal die Möglichkeit, mit einem VIP Ticket Zugang zu seperaten und deutlich weniger frequentierten Bereichen zu erhalten, wie zum Beispiel der überdachte Steg um das DJ Pult herum. (Oder man hat natürlich auf die etwas dekadentere Variante zurückgegriffen und ist mit einem Boot um die Bühne herumgeschippert – absolut auf meiner To-do Liste für nächstes Mal! :D)

Hauptact waren diesmal niemand geringeres als Kollektiv Turmstrasse, Adana Twins und Super Flu, welchen ich mein ganz persönliches Highlight an diesem Tag verdanke (Merci Felix :D), die allesamt draussen die Menge zum toben brachten, während es drinnen etwas härter zuging bei Größen wie N’TO & Worakls (und nicht zu vergessen natürlich auch unseren mega Locals Ali Escobar, Nino Langguth, Tacitus, Tassilo Schäfer und Andy Miniflow!).

Abschließend bleibt nur zu sagen: Danke für das Stückchen Summerfeeling in diesem regnerischen Pseudosommer, den wir dieses Jahr ertragen mussten, Daumen hoch für die neue Location und bis zum nächsten Mal!

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Party: Back to the woods

Back to the woods open air kellerkind rave techno münchen Die Open Airs der Jungs von Kellerkind als beliebt zu bezeichnen ist glatte Untertreibung; erst zum zweiten Mal wurden wir zu “Back to the Woods”, also, wie der Name schon vermuten lässt, zu einem Rave auf einem wunderschönen Fleck inmitten eines abgelegenen Wäldchens im schönen Garching eingeladen – und trotzdem waren die Karten wieder schneller weg, als man Technoravekultur sagen konnte. Danach ging es dann wieder an das übliche Versteigern zum dreifachen Originalpreis, zahllose Bettelversuche im fünfminutentakt in dem Facebookevent sowie natürlich die allseits beliebten pseudokreativen Bestechungsversuche hübscher Mädchen (“zum dank winken viele lächelnde mädchen” – alles klar! :D) bis hin zu einigen Leuten, die schlichtweg so getan haben, als hätten sie noch Tickets, einfach weil es zu lustig war, sich mit anzusehen, wie darum gerauft wurde (ich erinnere an das Fake Fernbeziehungsdrama – danke dafür!). Aber wie ich in meinem  letzten Beitrag schon erwähnt habe, sind Gabriel, Alexander, Leo und Philipp nunmal die Guten – und haben schlichtweg dazu aufgerufen, alle Leute, die Tickets zu überhöhten Preisen verkaufen, zu melden, damit sie ihnen die Tickets stornieren und diese dann verlosen können! <3 Einlass und Bar haben super funktioniert, kulinarisch war wieder einmal einiges geboten, Platz zum Tanzen gab es immer noch genug, Deko war gewohnt dystopisch und, last but not least, die DJs waren der Wahnsinn und die Menge hat das total gefeiert. Ich habe selten ein so idyllisches Open Air mit so verschiedenen Menschen gesehen, und für diesen wunderschönen Tag möchte ich ein ganz dickes Dankeschön sagen! Der einzige Wermutstropfen (oder Sturzbach, haha ;)) war dann leider der pünktlich um 8 Uhr angekündigte Regen, der sich innerhalb weniger Minuten zum tatsächlich endzeitmässigen Orkan entwickelt hat, sodass wir nicht nur alle im wahrsten Sinne des Wortes bis auf die Knochen durchnässt fliehen, sondern die ganze Party leider auch etwas frühzeitig beendet werden musste. Und sogar die inzwischen hysterisch kreischende Meute an Mädchen, deren Haare sich gerade zu einem Albtraum verwandelten (und ich war eine davon), wurde irgendwie halbwegs geregelt vom Gelände geleitet. Und während wir alle in einem wahren Meer aus Regenwasser mit Seitenstechen zur Ubahn rennen, kann ich gar nicht anders, als ein bisschen zu lachen – denn sogar das konnte uns die Laune nicht so wirklich verderben, und in der Ubahn machen dann alle einfach direkt dort weiter, wo davor aufgehört wurde – als ein großes Rudel begossener Pudel, die zwar allesamt frieren und reichlich bescheuert aussehen, aber die Füße noch immer nicht still halten können.   DANKE & auf ganz viele weitere Male & dass ihr immer so bleibt wie jetzt! Auf diesem Video von Bodo Staron könnt ihr sehen, wie schön es vor dem Unwetter war! (am besten allerdings den Ton ausmachen :D)

Und so verrückt wurde es, als die Wolken aufzogen 🙂 (Vielen Dank an Philipp Mohr für das geniale Video!)

Wir sehen uns spätestens beim nächsten Mal! 🙂

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Фузион

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“Darf ich auch mal? Bitte bitte, das will ich schon seit meiner Kindheit!”
Er drückt mir grinsend die Spraydose in die Hand und geht einen Schritt zurück. Ich setze zögerlich an und schmiere einen viel zu breiten Strich über die Wand. Er lacht und drückt meine Hand näher an die steinige Oberfläche, und siehe da, langsam formt sich da etwas krakelig mein Name in bunter Farbe. Ich grinse bis über beide Ohren, bedanke mich artig und hetze dann meiner mal wieder weglaufenden Truppe hinterher, um später nicht wieder alleine planlos den Zeltplatz eineinhalb Stunden suchen zu müssen.
Ich bin ein Herdentier, ich bin eine von denen, die eigentlich nichtmal alleine aufs Klo gehen wollen auf einer Party, ich mag es nicht wenn es still ist und ich mit keinem reden kann und wenn man lange genug in München wohnt hat man es auch aufgegeben, fremde Leute anzulabern in der Hoffnung, dabei zufällig mal entspannte Leute kennenzulernen.
Ein Freund hat gestern erst gesagt, ich hätte alleine hierher fahren sollen und ich habe ihm den Vogel gezeigt. Doch jetzt gerade würde ich nichts lieber tun, als meiner Begleitung, meinem Handy und all meinen sozialen Verpflichtungen den Rücken zu kehren und das erste Mal in meinem Leben wirklich mein Ding zu machen. Wer hätte gedacht, dass nur ein Tag  Fusion so eine grundlegende Veränderung in meinem Denken erzeugen könnte. Man wächst erst, wenn einem die Möglichkeit an Veränderung gegeben wird und deshalb denke ich, dass ich in München niemals über mich hinauswachsen werde, einfach weil das Denken und die Freiheit hier so begrenzt sind und die Leute in Schubladen denken, die noch geringer sind als ihr Maß an Toleranz und Empathie.
Ich möchte am liebsten hierbleiben, auch wenn das hier natürlich auch nur ein zeitlich befristeter Ausbruch aus der Realität ist. Urlaub vom Leben, in einer Welt, die so bunt ist, dass selbst die psychodelischten Gemälde dieser Welt es kaum erfassen können, in einer Umgebung in der das Miteinander statt Gegeneinander gepredigt wird, in der du für ein paar Tage sein kannst wer du eigentlich bist oder zumindest, wer du immer sein wolltest.
Aber eben auch nur, solange die Substanzen im Körper wirken oder die Musik gespielt wird, die man hören möchte und das gibt dem ganzen leider einen sehr bitteren Beigeschmack.
Auf der Fusion waren alle beinahe beängstigend nett, fürsorglich, hilfsbereit und offen. Als wir dann am Tag der Abfahrt in der Schlange zum Shuttle standen und es angefangen hat zu regnen, kam dann allerdings bei vielen wieder die Jeder-für-sich-selber und Ich-über-alle Mentalität durch. Klar, man wurde ja auch nüchtern und auf einmal sind dann wieder die anderen Schuld, dass man das eigene Gepäck so schwer gepackt hat, dass man es kaum tragen kann oder man nicht rechtzeitig losgelaufen ist, weil man verpennt hat.
Dieses Festival hat jetzt schon einen Platz in meinem Herzen und ich bin unendlich froh, dass ich trotz allem gefahren bin. Nur darf man bei der ganzen Sache einfach nicht vergessen, dass vieles leider nicht echt ist.
Dass es für viele Leute Urlaub von ihrem Leben und damit auch von sich selbst ist, aber dass sie nur deshalb Urlaub brauchen, weil sie eigentlich ganz anders und damit ziemlich unangenehme Zeitgenossen sind. Solange alle in ihrer glänzenden Seifenblase sind haben sie sich lieb und vergessen ihre Sorgen und Ängste, aber danach ist alles wieder beim alten, weil man sich eigentlich gar nicht geöffnet hat, oder zumindest nicht so weit, dass man wirklich etwas davon mitnimmt. Doch eigentlich sind diese Worte genauso vergeblich wie mein ewiger Wunsch, es allen Recht zu machen oder sich um alle zu kümmern, denn so etwas sieht man entweder irgendwann von selber oder gar nicht.
Ich sitze mit meiner inzwischen ausgetauschten Feiercrew auf dem riesigen Holzbalkons des Datschars und philosophiere mit ihnen über das und vieles mehr und beschließe ein weiteres Mal seufzend, dass ich wirklich nach Berlin ziehen muss, einfach nur weil dort anscheinend alle coolen Leute mit einem Freiheitsdrang und Werten wie meinen wohnen oder es sie früher oder später dorthin verschlägt.
Die letzten Lichter der beeindruckenden Lasershow beenden ihr Spiel und werden abgelöst von einigen hoffnungsvollen Sonnenstrahlen. Ist wie jedes Mal neu auferstehen, weil du jeden Tag die Chance hast, dein Leben zu ändern und diese Momente sind so schön, dass sie mir fast schon wehtun im Bauch. Das gefühl, endlich anzukommen weil du endlich mal verstanden wirst ist ebenso unbeschreiblich wie unendlich wertvoll. Ich beiße mir auf die Lippe, weil ich leider immer noch nicht fähig bin, dieses Gefühl in nicht total lächerlich kitschige Worte zu fassen, aber jeder einzelne davon ist so tief in mein Herz eingebrannt, dass ich sie nie vergessen werde. Wenn Taten widerspiegeln, was für ein Mensch du bist, dann habe ich auf der Fusion nur dazu gewonnen und nichts verloren.

 

PS: Und die Bilder? Die sind eben genau nur das: Appetitanreger, Tropfen auf dem heißen Stein, schlechte Handyschnappschüsse in einer so reizüberfluteten Welt, dass man eigntlich gar nicht versuchen dürfte, das einzufangen – denn es wird einem eh nicht gelingen. Im Forum hatte jemand geschrieben, wie lächerlich es wäre, die vielen verschiedenen Dimensionen, durch die die Fusion so beeindruckt, mit einer Kamera einfangen zu wollen. Er hat Recht. Das hier kann man nicht fotographieren und man kann es auch nicht beschreiben. Man muss es einfach erleben. Aber man sollte sich auch gut Klaren sein, worauf man sich einlässt 😉