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The privilege of choice

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“Wir leben hier auf dem Sahnehäubchen der Torte. Nichtmal das, wir sind die Spiegelung auf der Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Die meisten wissen nicht einmal, wie froh sie sein können, hier geboren zu sein.”

Ich habe das unglaubliche Glück, von Personen unterrichtet zu werden, die solche Dinge sagen. Dinge, die mich oft nachdenklich machen oder inspirieren. Und Inspiration ist tatsächlich das höchste Gut für mich. Alleine so etwas sagen zu können, das ist schon Luxus.
Und Glück habe ich auch, dass ich hier geboren bin, auch wenn ich das oft vergesse und mich über Dinge beschwere. Für uns ist das alles so selbstverständlich, dass wir sogar manchmal gar nicht darüber nachdenken, wie anders alles sein könnte.
Dass manche Menschen in eine Kaste hineingeboren werden und aus dieser kaum wieder herauskommen, dass manche Kinder mit einer AK, die fast so groß ist wie sie selbst, herumlaufen müssen um sich zu schützen, oder dass manche Frauen (ältere) Männer (aus anderen Kulturen) heiraten müssen, um sich und ihr Kind durchzubringen. So etwas in seiner offensichtlichsten Form habe ich heute beobachtet und es spukt mir noch immer im Kopf herum.
Denn während wir uns hier beklagen, wenn es mal eine Weile schwierig in einer Beziehung läuft oder man nicht schnell genug einen neuen Partner findet, gibt es so viele Menschen da draussen, die die Freiheit dieser Wahl nichtmal besitzen. Sie vielleicht nichtmal kennen oder erwarten. Oder diese einfach opfern. Selbst dass wir uns verrückt machen können, wieso der süße Typ von gestern noch nicht geantwortet hat, obwohl da doch die blauen Häkchen sind, das ist Luxus. Und obwohl all diese Dinge für uns persönlich ein kleiner Weltzusammenbruch sein können, unser Liebeskummer Seiten und Postkästen füllen kann, ist das glaube ich nicht halb so schlimm, wie jeden Tag neben einem Menschen aufzuwachen, den man nicht liebt, der einen vielleicht nicht versteht oder zu dem man sich kein bisschen hingezogen (oder schlimmeres) fühlt.

(Das alles soll nicht heißen, dass sich nicht auch Pärchen verlieben können, die verheiratet wurden, aus Vernunft oder Tradition geheiratet haben. Ich bin mir sicher, man kann einen Menschen auch lieben lernen wenn man als Fremde geheiratet hat. Ich rede nur gerade von dem Fall, falls das nicht eintritt.)

Ich kann werden, was auch immer ich will und ich kann entscheiden, mit wem ich meine Zeit verbringe. Und das ist eine Sache, die man glaube ich mit keinem Geld der Welt aufwiegen kann.

(English Version)

“We all live on on the cream topping of the cake. Not even that, we are the reflection on the cherry on the cake. And most of us don’t even know how lucky we are to be born here.”

I am so lucky to be taught by people, who say things like that. Things that make me think about everything and inspire me. Inspiration is one of the most precious things for me and just being able to say something like that is already luxury. I am lucky to be born here, although i sometimes tend to forget that and complain about things. And because we take all of this for granted, we even forget, how different it all could be.

How some people are born into a caste and have almost no chance of ever leaving it, that some kids need to carry around an AK almost as tall as themselves to protect their lives or that others need to marry a(n) (older) stranger to pull themselves and their kids through.

I saw an obvious situation like that today and it’s still kinda haunting me. Because while we complain when it gets tough in a relationship or when we can’t find a new partner quick enough, there are so many people out there who don’t even have this choice. Who maybe don’t even know or expect it. Or are willing to give it up. Even obsessing about why the cute guy from yesterday didn’t write back yet, although you can see those damn blue ticks, already is a privilege.

And even though all these things can mean a small breakdown for us that can fill up blogs or inboxes, i’m sure it’s not half as bad as waking up ever day next to someone, who we dont love, who doesnt unterstand us or who doesnt attract us even a little bit (or worse).

I can do whatever i want with my life and i can choose, with whom i spend my time. And that is a more precious thing  than all the money in the whole world.

personal thoughts

My feet cant touch the ground

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Für mich ist gerade noch Sonntag, weil in Bayern erst der nächste Tag beginnt, wenn man geschlafen hat, und davon bin ich noch weit entfernt. Sitze mit meinen Gedanken in der Kälte und fühle mich umzingelt, einmal die Woche kommt der Gedankenzug und kreist dich ein, und die Shuffle Funktion von deinem Ipod drückt dir zeitgleich dazu emotional anstrengende Akkustik aufs Ohr. Mir wurde heute von drei Leuten dieselbe Frage gestellt: Wann meine Unruhe endlich aufhören wird. Sie alle haben es anders ausgedrückt, denn sie alle kennen unterschiedliche Seiten von ihr, doch ich weiß, dass sie alle von derselben Sache sprechen. Und nun grabe ich in meinem Kopf wie meine Fingernägel in der Haut, grund- und uferlos und manchmal viel zu hart zu mir selbst.
Aufbruchstimmung auf dem Bahnhof, in meinen Füßen, in meinem Herzen, immer mit dem Fahrtwind als Begleiter und dem Mond als Wegweiser. Egal an welchem Ort, der Zustand und das Ergebnis zählen, was du mitnimmst oder loslässt, und wer du danach sein wirst.
Ich habe soviel Schönes erfahren dürfen in den letzten Monaten, soviele Stützpfeiler erbaut und geschenkt bekommen, Grundmauern für immens große Dinge gelegt und soviel mehr über mich gelernt als die zwei Jahre davor. Habe die größten Stufen erklommen und mich auf unendlich entfernt scheinende Gipfel gewagt, und nun stehe ich hier und überblicke die riesige Welt, die sich mir erschlossen hat. Bin beeindruckt von ihrer Mächtigkeit, und was mich beeindruckt hat mich auch schon immer verschreckt.

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Parting ways

 

Ich sitze hier und denke an all die Dinge, die wir zusammen erlebt haben, wie wir uns kennengelernt, dann verloren und schließlich wiedergefunden haben, wie wir uns immer auf Anhieb verstanden haben und denselben doofen Humor hatten. Wir waren anders als andere und dabei trotzdem noch so verschieden zueinander, und zumindest ich war immer gern zusammen anders mit dir. Du hast mich zu Sachen gebracht, die ich eigentlich nie getan hätte und ich war stolz drauf, dass wir so gut funktioniert haben, obwohl wir so wenig gemeinsam hatten. Du warst die Einzige, die immer da war, egal ob uns nur der doofe Wald bei mir im Kaff oder ein ganzer Kontinent getrennt haben, und auch wenn wir mal länger nichts voneinander gehört haben, konnte ich dich immer irgendwie spüren in meinem Herzen. Ich habe es geliebt, dass du immer so brutal ehrlich warst und deswegen warst du eine der wenigen, von denen ich mir wirklich etwas hab sagen lassen. Wenn man es am wenigsten erwartet hat, hast du die krassesten Sätze rausgehauen und damit jeden, der dich nicht so gut kannte, ziemlich aus der Bahn geworfen.

Dann bist du fortgegangen von hier und ich konnte es dir keine Sekunde verübeln, egal wie sehr ich dich vermisst und mich allein gelassen gefühlt habe. Du hast ein neues Leben begonnen und gesagt, dass du dich nunmal ganz für diese Stadt entschieden hast und bist seltener hierher zurück gekommen. Ich habe es verstanden. Habe dich besucht und dir zugesehen, wie du ankommst in deiner neuen Heimat. Und wie du dich selbstverständlich veränderst.

Manchmal trennen sich Wege, weil Menschen sich verändern. Manchmal verliert man jemanden, weil er zu weit weg ist. Und manchmal geraten Dinge aus der Vergangenheit in Vergessenheit, weil zuviele neue Sachen auf einen zukommen.

Aber ich werde nie vergessen, was uns beide verbunden hat und wer du damals warst für mich.

Egal, wie wenig wir das Leben des jeweils anderen inzwischen verstehen mögen, in meinem Herzen wird immer ein Platz für dich sein, mi pequeño rebelde.

 

Nachtrag einige Wochen später: Wisst ihr, was das allerschönste an diesem Beitrag ist? Er hat zu einem Happy End geführt. Manchmal braucht man eben doch nur Ehrlichkeit, um Dinge zu fixen <3

 

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personal thoughts

Rehab

 

 

Berlin, du bist zu meiner Droge geworden.

Aber von den meisten guten Drogen hält man sich besser fern.

Oder lernt zumindest, sich ihnen nicht zu sehr hinzugeben.

Nun trennen uns zwei weitere Jahre, obwohl ich doch schon so lange ungeduldig warten musste.

Das lachende und das weinende Auge, die sind geblieben – nur der Grund, der hat sich geändert.

Eigentlich muss ich dankbar sein für die Chance, hier alles richtig zu machen.

Und für die zweite Familie, die ich dort immer haben werde.

I guess its right what theyre sayin – everybodys got a price. So no need to feel cheap.

Irgendwann wird das Geld keine Rolle mehr spielen. Und dann wird uns nichts mehr trennen können.

Doch bis dahin, für die nächsten zwei Jahre, da wirst du meine Geliebte sein.

Und ich werde soviel Zeit mit dir verbringen wie möglich, ohne dabei meine Verpflichtungen zu vergessen.

Du bist der beste Grund für ein Doppelleben, denn bei dir bin ich ein anderer Mensch.

Du bist das Refugium, an das ich denke, wenn ich mich durch die ätzende Realität hier kämpfe.

Und wenn mir die mit rosa Zuckerguss überzogenen Luis Vui Täschchen mal wieder fast den Verstand rauben – dann bist du da und fängst mich auf, sorgst dafür, dass ich meinen Verstand nicht verliere.

Die nächsten zwei Jahre werden hart. Aber du weißt ja, die Affäre liebt man immer am meisten.

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Limitless

Pic via iheartberlin

Pic via iheartberlin

 

(Scroll down for english version!)

Es hat ungefähr 35° Grad hier drinnen und ich bin umgeben von Dunkelheit. Alle Leute, die mich noch gerade begleitet haben sind wie immer plötzlich weg, ein einziges Meer aus blitzartig erscheinenden Bildern in surrealen Farben umfließt mich. Ich schreibe schon wieder über’s Feiern und das tut mir Leid, aber daran sieht man eben, dass ich es nicht nur des Zeitvertreibs oder Gruppenzwangs wegen tue, sondern weil ich wirklich etwas darin finde. Dieser Ort hier überflutet mich jedesmal wieder so sehr, dass ich sofort vergessen habe, wie ich mich eben noch über die lange Wartezeit und die dreiste Behandlung der Mitarbeiter aufgeregt habe, kaum bin ich drei Schritte hinein gegangen.

Es ist Magie und Fluch zugleich fürchte ich, aber es ist auf jeden Fall bemerkenswert und einzigartig, was hier erschaffen wurde. Es ist eine eigene Welt, eine Welt aus dunklen Bildern und Tönen, Dinge, denen einfach nur wenige Leute auch gewachsen sind und genau deshalb ist das hier die bestbewachteste Festung der Stadt. Der Bass drückt so sehr auf meine Lungen, dass ich immer wieder gegen die ansteigende Panik, nicht genug Luft zu bekommen ankämpfen muss und dann löst sich sowieso alles um mich herum auf.

 

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