personal thoughts

My feet cant touch the ground

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Für mich ist gerade noch Sonntag, weil in Bayern erst der nächste Tag beginnt, wenn man geschlafen hat, und davon bin ich noch weit entfernt. Sitze mit meinen Gedanken in der Kälte und fühle mich umzingelt, einmal die Woche kommt der Gedankenzug und kreist dich ein, und die Shuffle Funktion von deinem Ipod drückt dir zeitgleich dazu emotional anstrengende Akkustik aufs Ohr. Mir wurde heute von drei Leuten dieselbe Frage gestellt: Wann meine Unruhe endlich aufhören wird. Sie alle haben es anders ausgedrückt, denn sie alle kennen unterschiedliche Seiten von ihr, doch ich weiß, dass sie alle von derselben Sache sprechen. Und nun grabe ich in meinem Kopf wie meine Fingernägel in der Haut, grund- und uferlos und manchmal viel zu hart zu mir selbst.
Aufbruchstimmung auf dem Bahnhof, in meinen Füßen, in meinem Herzen, immer mit dem Fahrtwind als Begleiter und dem Mond als Wegweiser. Egal an welchem Ort, der Zustand und das Ergebnis zählen, was du mitnimmst oder loslässt, und wer du danach sein wirst.
Ich habe soviel Schönes erfahren dürfen in den letzten Monaten, soviele Stützpfeiler erbaut und geschenkt bekommen, Grundmauern für immens große Dinge gelegt und soviel mehr über mich gelernt als die zwei Jahre davor. Habe die größten Stufen erklommen und mich auf unendlich entfernt scheinende Gipfel gewagt, und nun stehe ich hier und überblicke die riesige Welt, die sich mir erschlossen hat. Bin beeindruckt von ihrer Mächtigkeit, und was mich beeindruckt hat mich auch schon immer verschreckt.

 

Ich strecke die Arme aus während Caleb mir ins Ohr schreit, dass er nicht weiß, wo er ist, oder wo er schlafen soll. Ich finde mich in fast jedem seiner Worte so gut wieder, nur hat sich mein Gefühl dabei geändert. Bin lange nicht mehr so schutz- und machtlos wie früher, denn ich weiß jetzt, dass ich es meistern werde und, dass ich die tollste Armee der Welt dafür an meiner Seite habe. Egal was kommt, ich weiß, dass sie mich auffangen und dass ich nie alleine bin, und alleine deshalb habe ich schon enorme Fortschritte gemacht, was das Weglaufen angeht. Dachte nie, dass ich in diesem Jahr noch in dieser Stadt, geschweige denn in diesem Land sein würde, weil ich dachte, dass ich hier nie finden würde, was ich suche und brauche, dass ich hier schon alles erlebt und gesehen und getan hätte und es keinen Grund mehr für mich gibt, hierzubleiben. Alle Früchte geernte, Schätze gefunden, Minen hochgehen lassen. Und jetzt bin ich so verdammt dankbar, dass man mir das Gegenteil bewiesen hat. Dass meine Perspektive einen Sprung bekommen hat, schließlich ganz gebrochen ist und man mir meine Welt auf den Kopf gestellt hat. Und ich dann gemerkt habe, dass sie so herum eigentlich viel besser aussieht und funktioniert.
Es hat gebraucht, dass ich einige Dinge aufgrund meiner Sturheit verliere um zu merken, dass ich meine Sturheit gar nicht mehr brauche. Pseudophilosophischer Bullshit mit Techno im Ohr und Kippe in der Hand, und ihr wollt gar nicht wissen, wo ich gerade hinlaufe, denn das würde diesem Eintrag nur noch mehr Surrealität verleihen.
Mein Kompass hat immer nur in eine Richtung gezeigt, nämlich zu mir selbst hin, und es hat viel zu lange gebraucht, bis ich das begriffen und befolgt habe und Zugang zu mir selbst gefunden habe. War solange verloren und ohne Boden unter den Füßen, bin gestolpert und gefallen und versunken und hab darauf gewartet, dass mir die Luft ausgeht, und nun bin ich endlich wieder an das Licht auf der Oberflache gekommen, habe alles, was mich herunterzieht, durchbrochen und das erste Mal seit so langer Zeit Freiheit und Träume geatmet. Und jetzt fliege ich durch den Himmel und genieße diese Unendlichkeit an Chancen und Richtungen, weil ich weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin und niemals von diesem abkommen werde. Mein Anker und mein Kompass und meine Armee war alles, was ich gebraucht habe, um die Weite meiner Gedankenwelt und den Freiheitsdrang letzendlich meistern zu können.

Danke für diese riesigen Träume, Danke für jede Sekunde Fliegen, für jedes Lied, das mich schwerelos gemacht hat, für jede Einsicht, für jeden Wegweiser, für jedes Mitternachtsgespräch, für jeden Sonnenaufgang, für jeden Rückzugsort, für jede Bruchlandung.

Weil mir jetzt selbst die Unendlichkeit keine Angst mehr macht.

Its still sunday for me, cuz we bavarians start the new day after we‘ve slept and im not even close to that. Im sitting here with my toughts in the cold, feeling surrouned, cuz once a week the train of thoughts is coming to pick me up, while the shuffle mode of my ipod picks an emotional exhausting song in this exact same moment. Ive been asked the same question today by three different people: when im finally gonna stop my uneasiness. They all phrased it in a different kind of way as they all experienced different ways of it, but i know they all mean the same thing.
And now i am digging in my thoughts like the nails in my skin, for no reason and with no direction, and sometimes to hard on myself. Atmosphere of departure on the station, in my feet, in my heart, always traveling with the headwind at my side and the moon as my guidepost. It doesnt matter where, your condition and results count, what you are taking with you or leaving behind and who you have become afterwards.
I have experienced such beautiful things these last months, built and found so many pillars
and foundation walls for huge things and learned so much more about myself than in those two years before. I have climbed the highest levels and now i am on top of the highest, unreachabel seeming peaks, overviewing the tremendous world that uopned up to me and i am so impressed by its mightyness; and what impresses me always frightens me aswell. I am reaching out my arms while Caleb shouts in my ears that he doesnt know where he is now or where he should sleep. I can see myself in almost all of his words, but the feeling i am doing it with has changed. I am no longer defense – and powerless, because now i know that i can do it with my worlds greatest army of lovers on my side. No matter what lies ahead of me, they are gonna catch me when i fall and i am never gonna be alone and that is why i have made great progress with my habit of running away. I never thought id be in this city, let alone this country by this year because i thought id never gonna find what i am looking for here. I really thought i had experienced and seen everything this city has to offer, that there is no reason left for me to stay, that i collected all fruits and found all treaser and blew all the mines that lay here. I am so glad i have been proved wrong. That my perspective cracked, finally broke and my world turned upside-down. And that i then realized, how much better it looks and works from this angle.
I needed to lose some things over my stubbornness to see that i dont need my stubbornness anymore. Pseudophilosophic bullshit with techno in my ears and a cig in my hand, and you dont even wanna know where i am heading to at the moment, cuz it would only add more surreality to this entry. My compass always pointed only in one direction, to myself, and it took me way to long to realize and follow that und to gain access to myself. Ive been lost and without a floor under my feet for so long, been tripping and falling and sinking to the ground, waiting for the air to extinguish. And now I finally reached the light on the surface, broke trough all the things that held me down and now i am breathing freedom and dreams, while i am flying trough the sky, enjoying this infinity of chances and directions cuz i know that i am on the right path and never gonna lose it again. All i needed to cope with my head and my desire of freedom was my anchor, my compass and my army.

Thank you for this swagger, for every second of flying, for every song that made me lose gravity, for every enlightenment, for every signpost, for every midnighttalk, for every sunset, for every hideaway, for every crash landing.
Cuz now not even infinty can scare me anymore.

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5 Comments

  • Reply Angela February 10, 2015 at 11:00 pm

    <3

  • Reply Tina May 12, 2015 at 10:49 am

    Love this!

  • Reply Luca October 24, 2015 at 4:27 am

    Wow, toller Beitrag!

  • Reply V November 4, 2015 at 8:54 am

    Direkt ins Herz getroffen..

  • Reply Mark January 31, 2016 at 6:24 am

    Wunderschöne Worte!

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